
Wie immer, Regeln hier.
Links... kann ich noch nicht setzen, weil Eldarion noch nicht fertig ist ;)
Thema: Alter Ego: In welcher Film-, TV- oder Buchfigur kann ich mich am ehesten wiederfinden und warum?
Ich kenne zu viele Buch- und Filmfiguren, in denen ich mich oft ein Stückweit wiederfinden kann ;). Wenn ich mich auf Herr der Ringe beschränken würde, wäre es Aragorn. Und zwar genau der Aragorn, der auf dem Amon Hen verzweifelt sagt:
"An ill fate is upon me this day, and all that I do goes amiss."
Das Gefühl kommt mir sehr bekannt vor, wenn um einen herum alles auseinanderfällt und man das dumpfe Gefühl hat, man sollte irgendetwas dagegen tun oder hätte irgendetwas tun sollen oder wie auch immer - man macht sich jedenfalls irgendwie verantwortlich dafür, daß alles auseinanderfällt. Weil man irgendetwas hätte besser oder zumindest anders machen sollen, denkt man.
Aragorn steht noch zusätzlich unter Druck, da ihm so schlaue Leute wie Herr Elrond geweissagt haben, daß er entweder über alle seine Vorgänger hinauswachsen würde und König werden oder aber mitsamt dem Rest, der noch von seinem Volk übrig ist, in der Versenkung verschwinden. Die zwei Möglichkeiten gäbe es. Na ganz toll, no pressure, ey. :rolleyes:
So schlimm hatte ich's zwar nie, aber das Gefühl, eine Verantwortung zu haben, wo man nie gefragt worden ist, ob man die überhaupt haben will, das kenne ich auch nur zu gut.
Aragorn ist letzten Endes auch ein sehr einsamer Mensch. Für die Probleme, die er da zu wälzen hat, interessiert sich keiner außer Leuten wie Gandalf oder Elrond, und von denen ist Gandalf eigentlich der einzige, den er um Rat fragen kann, denn Elrond... nun ja, hält ja zunächst mal nicht sonderlich viel von ihm, und seine Tochter geben will er ihm nun schon gar nicht. Da soll er nun also König werden, was an sich schon keine leichte Aufgabe ist, er ist außerdem noch verantwortlich dafür, daß Frodo an seinem Ziel ankommt (zumindest ist er das, seit Gandalf in Moria geblieben ist), und gleichzeitig hat er noch Boromir am Hals, dem er auch nicht ohne weiteres erzählen kann, daß sein Ziel ist, Boromirs Daddy als Herrscher von Gondor wieder abzulösen. Von Saruman und solchen Problemchen mal ganz abgesehen. Seinen einzigen Ratgeber wird Aragorn also in Moria auch noch los, und von da an darf er eigentlich nichts mehr falsch machen, muß also immer allein und selbst herausfinden, welches die 'richtige' Lösung ist, wie er das alles gebacken kriegt. Elrond ist auch keine große Hilfe meistens, eher das Gegenteil.
Nun, auch hier das Ganze wieder mal eine Nummer kleiner, bei mir ging's nicht gleich um König und Vaterland, aber ich hatte auch sehr oft das Gefühl, daß kein Mensch meine Probleme versteht - wenn ich schon mal Ratschläge bekommen habe, dann waren es entweder gut gemeinte und undurchführbare, oder gehässige, die nur als Beleidigung gemeint waren. Es gab zwar immer Menschen, die mich verstanden haben, aber wirklich helfen konnten sie auch nicht, da es meine Probleme blieben und ich sie lösen mußte... und das auch, bitteschön, ohne etwas falsch zu machen.
Und zeigen durfte ich nach Möglichkeit nach außen hin auch nur die Stärke, aber nichts anderes. Daß Aragorn auf dem Amon Hen einmal verzweifelt und so etwas sagt, ist eine Ausnahme... meistens hat er seine Zweifel für sich behalten, weil er sie als Anführer nicht zeigen 'durfte'. Was wäre denn gewesen, wenn Aragorn hingeschmissen hätte, von wegen "ich kann das alles nicht, ich werd nie König, ihr verlangt zu viel von mir"? Meiner Meinung nach hätte er mindestens ein gutes Recht zum Motzen und zum Verzweifeln gehabt, und nicht mal das hat man ihm gegönnt. Auch etwas, was ich gut kenne... noch heute sagen mir Leute "ach, du bist doch eine starke Frau, du packst das alles." Argh! Bis zu einem gewissen Grad mag das eine Stütze sein, aber ab diesem Grad sind solche Erwartungen nur noch eine Last.
Aragorns Filmrede verdeutlicht das auch schön: "Ich habe genauso viel Angst wie ihr, aber trotzdem muß ich jetzt hier den Cheerleader machen und euch Mut machen. Wer macht mir denn Mut??"
Aragorn, in diesem Aspekt, ist vermutlich tatsächlich die Buch-/Filmfigur, mit der ich mich immer am meisten identifizieren konnte, aus diesen Gründen.
1 Kommentar:
Aragorns Filmrede verdeutlicht das auch schön: "Ich habe genauso viel Angst wie ihr, aber trotzdem muß ich jetzt hier den Cheerleader machen und euch Mut machen.
Ich sehe jetzt Aragorn mit Pompoms vor meinem inneren Auge auf dem Klammwall stehen. Viel zu bildhafte Fantasie heute. ;)
LG Purslane
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