Man sagte mir auf der RingCon, ich sollte gefälligst mal wieder bloggen. Zuuuufälligerweise passierten dann auf der Heimfahrt Dinge, bei denen ich mehrstfachst dachte "SO blogging this", also hier, bitte:
In der Nacht von Sonntag auf Montag fuhren Kosh und ich nachts gegen halb drei gemütlich auf der A3 gen Frankfurt, als rechts irgendwo ein grün-weißer VW-Bus in der Pampa stand. Der übliche Blick auf den Tacho ergab, daß ich keinesfalls zu schnell war, und ein genauerer Blick auf den VW-Bus ergab, daß es auch keine Polizei war, sondern Zoll. Nun gut, das geht mich nichts an. Ich ließ den Bus also rechts liegen und fuhr gemütlich weiter. Kurz vorm Frankfurter Kreuz wurde ich dann von eben diesem Bus überholt und schenkte ihm außer einem suspekten Blick (moment, der war doch eben noch...?) wieder weiter keine Beachtung. Nach alter Gewohnheit sortierte ich mich erst mal auf die A5 Richtung Kassel, aber dann fiel mir auf, daß das Navi meinte, ich sollte F-Süd rausfahren, und da das normalerweise die kürzeste Strecke nimmt, dachte ich, nun ja, ist um diese Nachtzeit ja egal, und wechselte in der letzten Sekunde von der Ausfädelspur wieder auf die A3 zurück.
In diesem Moment zieht der VW-Bus ebenfalls zurück vor meine Nase und schaltet die große Weihnachtsbeleuchtung ein "ZOLL - BITTE FOLGEN". Grrrah! Ich hatte mich drauf gefreut, um drei endlich im Bett zu liegen, und jetzt das! Aber na schön, was sollte ich machen. Grmpf. Ich folge also dem Zollauto. Auf die A5 Richtung Süden, tucker, tucker, sach ma, wo wollen die eigentlich hin?? Sie fahren eine gefühlte Ewigkeit lang, bis sie offenbar auf die CargoCity Süd am Frankfurter Flughafen zusteuern. Na denn dann. Leute, macht hinne, ihr wollt sowieso nichts von uns. Aber natürlich, wir fahren ja mit einem ausländischen Kennzeichen, und sind mitten in der Nacht mit einem vollbeladenen Auto auf der A3 unterwegs, die von Holland kommt. Verdächtig, das. Zumal mein Manöver ja geradezu so aussah, als hätte ich sie abhängen wollen.
Wir fahren dem Zollauto weiter hinterher, durch Schranken und durch komisches militärisch aussehendes Gelände, und das alles mitten in der Nacht - ich komme mir vor wie im falschen Computerspiel. Endlich nach ewigem Rumgekurve, bleibt das Zollauto bei einer Herde Flutlichter und einigen Uniformierten stehen. Stop, aussteigen. Eine Frau in Uniform kommt aus dem Zollauto und sagt hallo, Zollkontrolle. Na was ihr nicht sagt, steht ja groß und deutlich auf eurem Auto drauf. Ich antworte also mit einem möglichst wenig ironischen "hab ich mir schon beinahe gedacht" und warte mal ab, was da kommt. Ausweise, bitte. Joh, da. *kram* *zeig*. Ich sei aber wohl keine Österreicherin, der Sprache nach. Nee, sag ich, ich komm aus Frankfurt *über die Schulter deut* und da will ich auch hin. Also, wollte. Bis ihr mich aufgehalten habt.
Wer denn von uns nun der Österreicher sei? Na, gar keiner, denn auch Kosh outet sich als Nichtösterreicher. Technisch gesehen ist nicht mal das Auto ein Österreicher, sondern ein Japaner mit österreichischem Kennzeichen. Der Zoll ist verwirrt. Ob wir nun einen Wohnsitz in Deutschland oder in Österreich hätten. Tja, beides. Äh? Ja, das geht. Wo wir uns hauptsächlich aufhalten würden. In Österreich. Da sich auch das Auto hauptsächlich da aufhält, braucht es ein österreichisches Kennzeichen, daher das.
Dann wollten sie wissen, wo wir jetzt herkämen. Kosh sagt "Von einer Veranstaltung in Bonn, da *zeig*" und hält ihnen ganz cool sein RingCon-Armband vor die Nase, auf dem ja Datum und alles draufstehen. Ich versuche, nicht lauthals loszulachen. Irgendwie finde ich das grad komisch. Man guckt, und eine von den Zöllnern meint, davon hätte sie schon gehört. Herr der Ringe, und so. Was wir denn da machen würden, verkleiden? Jetzt bin ich dran, ich war nämlich rein zufällig im Rohan-Shirt unterwegs: "Reiter von Rohan. Da. *zeig*". Deswegen hätten wir eben auch das Auto voll Krempel. Eine Harfe aus Born of Hope, unser beider Rohan-Zeugs, und noch meinen Kram von 3 Workshops. Auto voll.
Ob wir irgendwelche Waffen oder Drogen dabeihätten, wollten sie wissen. Das erste Mal sagen wir Nein, denn die Schaukampfdinger gelten nach deutschem Recht nicht als Waffe, sondern als Sportgerät, als die Frage dann aber noch mal kommt, sagen wir eben genau das, fischen sie raus und zeigen sie. Da, bitte, weder scharf noch spitz. Die Zöllnerin meint dann auch, daß man sich die Dinger allenfalls auf den Fuß fallen lassen könnte. Ja, machen wir im Training gelegentlich, damit kann man sich in der Tat wehtun. Drogen haben wir auch keine außer meiner üblichen Reiseapotheke - ich hab ja noch nicht mal irgendwelchen Alkohol dabei.
Offenbar haben weder die noch wir groß Lust, das Auto doch noch auszuräumen - sie wollen noch wissen, warum zum Geier wir denn nachts um halb drei unterwegs sind. Wieder ist es Kosh, der vorrechnet: Also, Veranstaltung bis etwa 17, 18 h, dann abbauen, dann um halb neun Abendessen beim Chinesen, dann mit Freunden bis ein Uhr abhängen, und der Rest ist die Zeit, die man eben von Bonn bis hierher braucht. Duh. Man hätte in der Zeit wohl auch nach Holland und zurück kommen können, aber wir hatten was Besseres zu tun.
Nachdem wir noch einige Worte über Fantasy, Cons, Schaukampfschwerter und dergleichen gewechselt haben, kriegen wir unsere Ausweise wieder, werden noch fürsorglich gefragt, ob wir von da aus wieder zurückfinden, wenn sie uns den Weg raus erklären ("da dem Streifenwagen hinterher, über eine Schotterpiste, und dann...*fuchtel* "). Wir wünschen den Zöllnern noch eine gute Nacht. Sorry, daß wir nun halt nicht der große Fund waren, obwohl so ein Kennzeichen Steiermark ja nun wirklich verdächtig ist.
Interessanterweise kennt das Navi ziemlich bald auch die komischen Pisten dieser halbverlassenen Cargo City, und einige rotweiße Absperrbänder und Dinge später finden wir uns auf der B44 Richtung Frankfurt wieder. Es dauert noch eine Weile, bis ich mich wieder einkriege. Ich meine, wir hatten letztendlich das gesamte Auto voll Beweise, daß unsere Geschichte tatsächlich stimmte, das war nämlich alles nur Con-Gerödel. Ich bin trotzdem froh, daß sie nicht alles durchwühlen wollten, das hätte noch Ewigkeiten gedauert. Nächstes Mal werde ich mein RingCon-Band dann auch nicht gleich beim Chinesen wieder abmachen... für den Fall, daß der Zoll wieder wissen will, wo wir herkommen ;-).
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3 Kommentare:
Muahaha. Steiermarker. Das sind ja auch die schlimmsten.
Ähm.
Die armen Zöllner. Erst nachts Wache schieben müssen und dann auch noch so erfolglos. Ach. Unglück der Welt.
Aber schön, dass ihr danach ja immerhin gut angekommen zu sein scheint!
Ah, gut, dann hat der Zoll also meinen Tipp bekommen. Und haben Sie die Flasche Miruvor gefunden, die ich euch ins Auto geschmuggelt hab??? Muhahahaha!
Ciiirdaaaaan! Benimm dich! :ugly:
Wir hatten keine Flaschen im Auto, die da nicht hingehörten.
Und ja, die Zöllner haben mir auch etwas leidgetan (obwohl ich sie natürlich erschlagen wollte, weil wir derentwegen erst um halb vier statt um drei im Bett waren).
Ich meine, da standen sie nun um unser Auto rum, ein Haufen Uniformierter und vermutlich Bewaffneter auf einem gottverlassenen Gelände unter Flutlichtern, und mußten sich erklären lassen, was man auf einer RingCon so macht.
Aber hättense mal gefragt, ich hätt ihnen schon gleich sagen können, daß sie von uns nichts wollen.
Übrigens heißt es Steirer ;).
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