Mittwoch, 15. März 2017

Plastikfasten, Tag 4-8 - Erkenntnisse Woche 1

Letzte Woche war wieder mal Los-Chaos-Wochos bei Massive Dynamic ausgebrochen, so daß Bloggen nicht auf der Prioritätenliste stand, daher jetzt die Tage 4-8 zusammengefasst.

Das Wochenende (Tag 4 und 5) war einfach, da war ich nämlich gar nicht einkaufen, sondern stattdessen in der Gegend unterwegs, weil schönes Wetter war.
Erst später fiel mir dann auf, daß ich auch mal hätte auf dem Wochenmarkt vorbeischauen können, wo ich noch nie war, der ist nämlich mittwochs und samstags, wobei samstags der größere ist. Andererseits hab ich genug zum Essen da und brauchte nun wirklich nichts Neues, und der Markt ist jede Woche. Samstags bin ich zwar nie da, aber theoretisch könnte ich auch mittwochs in der Mittagspause ausstempeln und kurz da rübergehen. Wenn ich denn wollte.

Unterwegs habe ich dann ein paar Gedanken zusammengesammelt, daher hier in loser Reihenfolge:

- kein Wunder, daß so viele Plastikverpackungsverweigerer auch Veganer sind. Es bleibt einem fast nichts anderes übrig. Käse ohne Plastik ist in normalen Supermärkten nicht zu kriegen (selbst an der Bedientheke haben sie die Käsestücke schon vorab in Folie eingepackt), das gleiche gilt für Fleischzeugs. Beim Metzger käme man vermutlich mit nur der Plastikfolie hin, die eben beim Wiegen immer untendruntergelegt wird, aber das habe ich noch nicht ausprobiert, ob die mir das so geben würden.
Aber selbst vegan kriegt man's nicht plastikfrei hin - Hülsenfrüchte sind in Plastik, Reis auch, und so weiter. Bei den Müslisachen ist meistens auch noch eine Plastiktüte im Karton drin. Man kann nicht reinschauen, aber sowohl charakteristisches Geknister beim leichten Draufdrücken auf den Karton wie auch Fälle, in denen beim Kippen des Kartons sich der gesamte Inhalt auf einmal von der einen auf die andere Seite bewegt *klonk*, statt langsam rüberzurieseln, sind dead giveaways.

- es ist abzusehen, daß eine Nebenquest des Plastikfastens die eigentliche Hauptquest werden wird, nämlich das Aufbrauchen von vorhandenen Vorräten. Das Plastikfasten artet ein wenig in Konsumfasten aus - weil es nichts ohne Plastik gibt, kaufe ich am Ende eben gar nichts und mache stattdessen was mit dem, was schon da ist. Das ist eine gute Sache und dient, ganz aus der Vogelperspektive betrachtet, auch der Vermeidung unnötigen Mülls, letztendlich. Einen großen Schritt habe ich an dem Wochenende auch schon gemacht, nämlich tatsächlich mal den Inhalt des Tiefkühlschranks gesichtet und die Fächer genau beschriftet. :-) Das zahlt sich jetzt schon aus.

- eine interessante Frage ist, was man denn aus den Sachen machen kann, die es plastikfrei gibt. Grieß, beispielsweise, den scheinen sie ohne Plasik im Karton zu haben. Ich habe noch nie was mit Grieß gemacht. Noch habe ich aber zu viel anderes Zeug da, als daß ich jetzt Grießexperimente machen würde. Kommt aber vielleicht noch.

Erkenntnisse also von Woche 1:

- was gut plastikfrei geht, wenn man ein bißchen plant und aufpasst, sind Obst und Gemüse. Wenn man nicht grad was Spezielles haben will, kriegt man zumindest immer was Brauchbares zum Essen.

- beim Selbst-Mitbringen von Taschen und Tüten bin ich von jeher ziemlich gut, weil ich früher schon die 10 Pfennig für die Plastiktüte im Supermarkt nie ausgeben wollte. Die haben hierzulande nämlich auch schon früher Geld gekostet in den üblichen Supermärkten. Ich meine, diese Angewohnheit, Baumwolltaschen mitzuschleppen, kommt aus den 80ern schon, oder noch früher. Jute statt Plastik, und so. Heute gibt es ja auch außerhalb von Ikea gescheite große Plastiktaschen, oft sind die selbst aus Recyclingplastik, um so besser.
Worauf ich noch mehr achten werde, ist das Wiedermitbringen von Obsttüten (wo sie halt wirklich nötig sind) und von Spezialgefäßen... wo sie die Cocktailtomaten zum Selbstmischen haben, gibt es oft so Plastikbecher, die die natürlich beim Wiegen berücksichtigen, deshalb kann man da nicht einfach was anderes nehmen, das gibt Diskussion (und ich hasse so Diskussionen). Aber man kann das einmal mitgekaufte Plastikding einfach wieder mitbringen, man muss eben nur dran denken.

- Käse, Fleisch und Fisch gibt es im Supermarkt nur in Plastik oder in Dosen. Einige wenige brauchbare Ausnahmen sind Bockwürste (im Glas), hierzulande die gesamte Palette Leber- und Blutwurst und Co (im Glas), und - Fischstäbchen :grin: die fliegen in der Regel nämlich lose im Karton rum. Große Ausnahme.
Bei Käse gibt's aber echt nix außer Schafskäsewürfel in Öl (im Glas).

- Biomarken sind, was Plastikverpackungen angeht, zumindest im Supermarkt keinen Deut besser als die konventionellen.

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