Dienstag, 4. April 2017

Plastikfasten, Tag 18-19 - Experimente und Erkenntnisse Woche 2

Insgesamt gibt es relativ wenig neue Erkenntnisse, deshalb ist das auch kein eigenes Posting wert. Nach wie vor macht sich die Plastikfasterei vor allem bemerkbar, indem meine zombieapokalypsentauglichen Vorräte reduziert werden, und das ist auch gut so. 

Ein weiterer Effekt ist, daß ich neue Dinge probiere, die ich sonst bewußt oder unbewußt ignoriert habe. Rote Bete zum Beispiel. Okay, die habe ich bisher nicht absichtlich ignoriert, ich esse sogar die Version aus dem Glas gelegentlich (gibt es in der Kantine sehr oft in der "Salatbar" *), ein ganzes Glas würde ich davon nicht wollen). Aber mit der Gemüseversion konnte ich bisher nichts anfangen, weil ich erst hätte schauen müssen, was man eigentlich damit bitte machen soll. Drauf gebracht, damit vielleicht doch was anzufangen, hat mich ein Veganer-Vegetarier-Restaurant, wo Freunde unlängst Geburtstag gefeiert hatten. Da gab's Rote Bete einfach so geröstet. Und das schmeckt gar nicht mal schlecht. Und die Dinger sind nie plastikverpackt im Rohzustand. Ich habe ein wenig damit rumexperimentiert und bin wenig überraschenderweise auf Umwegen dabei gelandet, sie pommesmäßig im Backofen zu machen wie die Süßkartoffeln auch. 

*) die oft eher den Namen Zeug-aus-dem-Glas-Bar verdienen würde *seufz*

Die Umwege bestanden unter anderem darin, mich mal an (Kartoffel)Chips aus dem Backofen zu versuchen. In meinem obskuren Kartoffelchip-Maker (ich berichtete ja schon über ihn) klappt das mit normalen Kartoffeln recht gut, mit Süßkartoffeln oder anderem Kram hatte ich das noch nicht probiert. Und eigentlich müßte es im Backofen ja besser gehen, so die Denke. 

Also muß das probiert werden. Da soll sich diesmal auch der für den Kartoffelchip-Maker viel zu dünne Scheiben produzierende dazugehörende Hobel nützlich machen. 

Erkenntnis 1: damit kann man Kartoffeln hobeln, und vielleicht noch Gurken und Zucchini (beides nicht die Zielgruppe), aber kaum Süßkartoffeln. Die sind viel zu fest; man braucht derartig viel Kraft, daß man das vermutlich mit diesem Plastikhobel nicht lange macht, bevor der irgendwann zerbricht und man vermutlich die Schneide irgendwo im Finger hat. Der etwas stabilere Gurkenhobel, mit dem ich ja normal die Kartoffeln für den Kartoffelchipmaker schneide, streikt auch. Vielmehr streike ich, denn zwar liegt mir an billigen Küchengeräten nicht sooo viel, aber an meinen Fingern im intakten Zustand. Süßkartoffeln mit meinem Equipment zu hobeln, ist an accident waiting to happen. Means no. Dann nicht. Vielleicht ginge es mit dem Edelteil unter meiner Hobelflotte, aber das sau ich jetzt nicht auch noch ein. 

Mit der Roten Bete kommt das Equipment einigermaßen klar. Nur, das hat einen anderen Nachteil - es ist gut, daß ich schwarze Klamotten anhabe, denn das artet sofort in Splatter aus. Nicht ohne Grund verwendet man Rote Bete als Farbstoff. Es färbt alles ein, was in der Nähe ist und nicht bei drei auf dem nächsten Baum. Dann eben auch nicht. Zu viele Nebenwirkungen. 

Also fülle ich den Rest vom Blech mit normalen Kartoffeln auf, und weil ich beides probieren will, wird ein Teil eingeölt und der andere eben nicht. 

Erkenntnis 2: vielleicht bin ich zu dum, aber Dinge-Chips gehen im normalen Backofen NICHT besser als in diesem Mikrowellenkonstrukt, egal ob nun mit Öl oder ohne. Sie werden zwar durchaus knuspriger und normalen Chips auch durchaus ähnlicher, aber das nur in einem gaaaanz exakt definierten Zusammenspiel aus Chipdicke und Ofentemperatur. Mit meinen eher unregelmäßig dick geschnittenen Chips plus der Verformung selbiger beim Backen klappt das mäßig bis gar nicht, auch bei Umluft nicht (obwohl die es etwas besser macht). Entweder sind sie noch labbrig, oder werden schwarz. Oder beides. Zwar schreiben die Anleitungen alle, daß man die Backofentür sehr oft aufmachen sollte, damit der Dampf rauskann, aber ohnehin habe ich alle naselang die Tür auf, um jeweils die zwei Chips rauszufischen, die sonst schwarz werden würden, wenn sie länger drinblieben. 

Die Ausbeute ist durchaus lecker (auch die Versionen Süßkartoffel und Rote Bete), aber insgesamt ist das too much bother. Ich setz mich doch nicht die ganze Zeit vor den Backofen und micromanage den Inhalt. Nee. Ich mach durchaus auch mal Tüddelkram mit Aufwand, wenn sich das lohnt, aber die Gesamtbilanz passt hier nicht. Nu, dann nicht. Ich habe beim Chefkoch schon ein paar andere Rezepte ausgesucht für Knabberzeug, was dann hoffentlich etwas weniger Händchenhalten benötigt. 

Bis dahin gibt es eben Wasabierbsen, die in meinen Vorräten herumlungerten. ;-)

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